Ursprünge & Geschichte

Um 1715 – wurde der ursprüngliche Schüttkasten durch Maurermeister Adam Schnürer errichtet. Das Bauwerk war rund 57 m lang, 11 m breit und hatte vier Stockwerke. 

Am 13. August 1764 schlug ein Blitz ein, zerstörte Lagergetreide und das Gebäude brannte nieder. 

Kurz darauf wurde der Wiederaufbau angeordnet. Der Neubau begann im Dezember 1764, ausgeführt von Johann Paschkobeth, und war nach zwei Jahren fertiggestellt. Über dem Eingang prangt das Wappen der Fürsten Esterházy mit der Jahreszahl 1766. 

Der heutige Bau ist ein vierstöckiger Giebelbau mit 11 Fensterachsen, Gewölbedecken im Erd- und Dachgeschoss und Holzbalkendecken dazwischen.

Nutzung & Veränderungen  19. - 20. Jhdt

Nach der Agrarreform von 1848 wurde der Schüttkasten von der Domäne in Pacht gegeben. 

In den 1950er Jahren erwarb ihn die Lagerhausgenossenschaft Frauenkirchen, plante allerdings den Abriss des Hauptgebäudes. 

Das Bundesdenkmalamt greift ein und erklärt den Schüttkasten zum Denkmal. 1985 erhält er ein neues Dach, danach folgen keine wesentlichen Sanierungen. 

Aktuelle Situation & Zukunftsperspektiven 

Ein Kulturverein Schüttkasten wurde gegründet, um das denkmalgeschützte Gebäude für kulturelle Nutzungen zu reaktivieren – erfolglos bisher. 

Es gibt Überlegungen, ihn als regionales Landwirtschaftsmuseum oder multifunktionales Zentrum (Ausstellungen und Beherbergung) umzunutzen. Eine Diplomarbeit der TU Wien aus 2013 beschäftigt sich mit solchen Potenzialen. 

Grundstruktur 

Viergeschossiger Giebelbau mit sehr langer rechteckiger Grundform: etwa 57 m lang und 11 m breit. 

Massivbauweise mit dicken Ziegelmauern – typisch für Speicherbauten, um Brandschutz und Temperaturstabilität zu gewährleisten. 

Das Gebäude ist in 11 Fensterachsen gegliedert (lange Seiten), mit sehr kleinen Fenstern – ein Hinweis auf seine ursprüngliche Nutzung als Getreidespeicher 

Die Fenster sind klein und gleichmäßig angeordnet, was einerseits Licht einlässt, aber gleichzeitig das Klima im Inneren stabil hält 

Schlichte, funktionale Fassadengliederung ohne übermäßigen Schmuck – barock, aber zweckmäßig..

Innenstruktur 

Erdgeschoss und Dachgeschoss: mit Tonnengewölben auf Pfeilern – robust und feuerbeständig. 

1. und 2. Stockwerk: mit Holzbalkendecken, wahrscheinlich ursprünglich als Lagerflächen für Getreide, Heu oder Saatgut gedacht. 

Die einzelnen Stockwerke sind über einfache Treppen verbunden – vermutlich ohne ursprünglichen Personenaufzug, rein funktional.

Brandschutz & Klima 

Der massive Aufbau und die Gewölbedecken dienten auch dem Schutz vor Feuer – ein wichtiger Punkt, da der alte Bau 1764 durch einen Blitzschlag abbrannte. 

Die dicken Mauern hielten im Sommer kühl und im Winter frostfrei – ideale Lagerbedingungen. 

Stilistische Einordnung 

Architektonisch handelt es sich um einen barocken Zweckbau, bei dem Funktion über Zierde steht – typisch für Esterházy‘sche Wirtschaftsbauten im 18. Jahrhundert. 

Es gibt Parallelen zu anderen Schüttkästen in Österreich und Ungarn, aber die Größe und Erhaltung in Frauenkirchen ist besonders bemerkenswert..

Bestand erhalten statt abreißen – warum sich Erhalt lohn PROJEKTBESCHREIBUNG REVITALISIERUNG DES HISTORISCHEN SCHÜTTKASTENS

Die Entscheidung, den Schüttkasten nicht abzureißen, sondern als architektonisches und kulturelles Erbe neu zu beleben, ist ein starkes Signal für Nachhaltigkeit, Identität und Weitblick. Der rund 260 Jahre alte Getreidespeicher ist eines der letzten erhaltenen Zeugnisse barocker Agrararchitektur im Seewinkel – ein Objekt mit Geschichte, Charakter und Potenzial. 

Vorteile des Erhalts im Überblick: 

Identitätsstiftung: Das Gebäude ist seit Jahrhunderten Teil des kollektiven Gedächtnisses der Region. Sein Erhalt stärkt das kulturelle Selbstverständnis von Frauenkirchen. 

Kreislaufwirtschaft statt Abrissmüll: Die Weiternutzung spart erhebliche Mengen Ressourcen, Energie und CO2. Der massive Bestand ist klimatisch stabil und baukulturell hochwertig. 

Wertsteigerung durch Charakter: Authentische Altbauten bieten räumliche und ästhetische Qualitäten, die moderne Bauten nicht imitieren können – ideal für Gasthaus, Hotel oder Kulturraum. 

Denkmalförderungen & Zuschüsse: Erhaltungsprojekte profitieren von Landes-, Bundes- und EU-Förderprogrammen (z. B. Denkmalpflege, Regionalentwicklung, UNESCO). 

Langlebige Substanz: Die robusten Ziegelwände, die historische Holzkonstruktion und das massive Dach sind langlebig und nachhaltig sanierbar.

Neue Nutzung – neue Impulse 

Mit dem Projekt DER SPEICHER entsteht ein vielseitig genutzter Ort im Herzen von Frauenkirchen, der Geschichte und Gegenwart intelligent verbindet: 

Wirtshaus mit regionaler Küche (im EG): öffnet den Speicher für Gäste, Wanderer, Einheimische. 

Greißler-Laden: regionaler Nahversorger mit Weinen, Ölen, Brot, Handwerk. 

Veranstaltungssaal & Kulturbühne (1. OG): für Hochzeiten, Tagungen, Musik, Lesungen. 

Hotelzimmer (1. OG & DG): charmante Nächte im historischen Ambiente. 

Wohnungen: für Betreiberfamilie, Künstler oder Langzeitgäste 

Erdgeschoss: Wirtshaus + Feinkost 

Wirtshaus mit regionaler Küche (modern interpretiert) & Sitzgarten am Vorplatz. 

Greißler / Shop-in-Shop: regionale Weine, Honig, Essig, eingelegte Spezialitäten, Markenartikel von Esterházy (z. B. „Speicherbrot“, „Esterházy- Korn“). 

Kleine Bühne oder Live-Kochbereich für kulinarische Abende. 

Zugang barrierefrei, mit atmosphärisch durchdachter Lichtplanung. 

Idee: „Markttage am Speicher“ mit lokalen Produzenten am Vorplatz 

1. Obergeschoss: Saal & Hotel (oder flexile Räume) 

Veranstaltungssaal (ca. 120–150 Personen) für Hochzeiten, Tagungen, Konzerte. 

Flexible Nebenräume (Workshops, Rückzug, Breakout), Akustisch optimiert, ggf. mit mobiler Bestuhlung / Podest. Auf Wunsch auch als „Cowork im Korn“ anmietbar für Tagesgäste. 

Idee: Kombination aus Business & Kultur für wirtschaftliche Auslastung 

Hotel & Rückzugsorte 9 Hotelboxen mit 2-4 Bett-Apartements, kleine Küchenzeile und Couch, minimalistisch und hochwertig. Selbstbedienungslounge mit Bibliothek & Blick ins Land. 

Architektur spricht hier für sich: Echtholz, Lehmputz, Textilien aus Naturmaterialien.

2. Obergeschoss und Dachgeschoss: Wohnen & Rücklagen 

5 hochwertige Wohnungen für Betreiberfamilie, Investoren, Gäste oder langfristige Miete. Option: Kurzzeitvermietung (Airbnb-Konzept „Speicherwohnung“). 

Photovoltaik am Dach, Speicherwärme & passive Kühlung durch historische Bausubstanz. 

Idee: Erträge aus Miete = Rücklage für Instandhaltung / Denkmalschutz. 

Ergänzende Angebote (wirtschaftlich sinnvoll) 

– Workshops & Kurse: Brot backen, Wildkräuter, Weinverkostung. 

– Saisonale Märkte & Events: Advent, Erntedank, Weinfrühling. 

– Kooperation mit Esterházy & Region: Tickets, Radwege, Kulturtransfer. 

– Digitale Präsenz & Buchungsportal (Multilingual, emotional inszeniert).

 

Warum dieses Konzept funktioniert 

Nutzungsschichtung = wirtschaftliche Stabilität 

(Gastro trägt Frequenz, Saal bringt Events, Hotel bringt Deckung, Wohnungen Puffer). 

Regionalität + Authentizität statt austauschbarem Konzept. 

Investoren- & Förderfreundlich: 

Tourismus, Denkmalpflege, UNESCO Welterbe, etc. 

Flexibilität für Zukunft: 

z. B. Erweiterung ins Umfeld, Pop-ups, Kulturpartnerschaften. 

„Tradition schmecken. Zeitgeist erleben.“ 

Die Architektur greift die traditionelle Bauweise mit Gewölbedecken aus Ziegelstein auf und interpretiert sie in reduzierter, zeitgenössischer Formensprache. Klare Linien, naturbelassene Materialien wie Holz und Stein sowie dezente Farbtöne verleihen dem Raum eine ruhige, elegante Atmosphäre. 

Die Möblierung ist bewusst minimalistisch gewählt, mit formschönen Holzstühlen und schlicht gedeckten Tischen, was die Authentizität eines traditionellen Wirtshauses unterstreicht. Moderne Lichtkörper setzen sanfte Akzente und sorgen für eine warme, einladende Beleuchtung. Die Raumaufteilung fördert sowohl gesellige Runden als auch intime Gespräche. 

Kulinarisch bewegt sich das Konzept zwischen einem gehobenen Haubenrestaurant und einem bodenständigen Wirtshaus. Geboten wird eine regionale Küche auf hohem Niveau – raffiniert interpretiert, aber tief in der Tradition verwurzelt. Die Atmosphäre lädt zum Verweilen ein und spricht sowohl Einheimische als auch Gäste mit Sinn für Qualität und Ursprünglichkeit an. Dieses Wirtshaus verbindet auf gelungene Weise historische Substanz mit zeitgemäßer Gastronomie. 

         

 

„Feiern mit Geschichte. Erleben mit Stil.“ 

Die Kombination aus historischen Bauelementen wie kleinen Fenstern, massiven Pfeilern und einer hölzernen Decke verleiht dem Raum eine einzigartige Atmosphäre. Die zurückhaltende Farbgebung in Naturtönen schafft einen eleganten, aber warmen Rahmen für unterschiedlichste Anlässe. 

Dank flexibler Möblierung und einer durch Vorhänge teilbaren Raumstruktur eignet sich der Saal ideal für Hochzeiten, Feiern, Empfänge oder Galadinner. Ebenso ist er bestens ausgestattet für kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte, Lesungen oder Vorträge. Die moderne Licht- und Tontechnik ist dezent integriert und stört die historische Anmutung des Raumes nicht. Großzügige Rundtische mit stilvoller Dekoration ermöglichen geselliges Beisammensein in gehobenem Ambiente. 

Der Raum bietet sowohl akustisch als auch atmosphärisch beste Voraussetzungen für unvergessliche Veranstaltungen. Die besondere Wirkung entsteht aus dem spannungsvollen Zusammenspiel von Geschichte und Gegenwart. Dieser Saal macht das kulturelle Erbe des Gebäudes spürbar – und zugleich nutzbar für die Zukunft. 

        

Das Wirtshaus im Erdgeschoss ergänzt den Veranstaltungssaal perfekt und sorgt für kulinarische Begleitung auf höchstem Niveau. Es übernimmt das Catering für Feiern, Konzerte oder Vorträge und versorgt den Raum flexibel mit Speisen und Getränken – direkt aus der hauseigenen Küche.

„Hotelboxen mit Aussicht – nach innen und außen.“

Das Hotel im Schüttkasten bietet neun stilvoll gestaltete Hotelboxen, die als Rückzugsorte für Wanderer, Radfahrer oder Pilger konzipiert sind. Jede Einheit umfasst ein 2- bis 4-Bett-Apartment mit Galerie, auf der sich das Bett befindet – ein moderner, gemütlicher Schlafbereich mit viel Privatsphäre. 

Die Ausstattung ist minimalistisch, aber hochwertig: eine kleine Küchenzeile, ein Esstisch, eine Couch und durchdachte Details sorgen für Komfort und Funktionalität. Das architektonische Konzept folgt einem „Haus-im-Haus“-System, bei dem die einzelnen Boxen eigenständige Einheiten im größeren Raumvolumen des historischen Gebäudes bilden. 

Die klare Formensprache und zurückhaltende Materialwahl schaffen eine ruhige, zeitlose Atmosphäre. Ergänzt wird das Angebot durch eine Selbstbedienungslounge mit Bibliothek und großzügigem Ausblick in die Landschaft – ein Ort der Begegnung und Entspannung. Das flexible Konzept erlaubt auch eine alternative Nutzung: 

Die Module können bei Bedarf in Büros oder Räume für kreative und gemeinschaftliche Zwecke umgewandelt werden. So bleibt das System wandelbar und nachhaltig nutzbar. Das Hotel verbindet Rückzug und Offenheit, Einfachheit und Qualität auf inspirierende Weise. Ein Ort, der Ruhe schenkt – aber auch Raum für Neues lässt.

„Zwischen Gewölbe und Himmel – Wohnen mit Charakter.“

Die zweigeschossigen Wohnungen im Schüttkasten bieten ein einzigartiges Wohnerlebnis zwischen Geschichte und zeitgemäßer Architektur. Im unteren Geschoss sind die Räume behutsam in die historischen Ziegelgewölbe integriert und strahlen Geborgenheit sowie architektonische Tiefe aus. 

Das neue Dachgeschoss schafft im Kontrast dazu offene, lichtdurchflutete Wohnbereiche mit weitem Blick über Frauenkirchen. Jede Wohnung erhält eine großzügige Terrasse, die den Wohnraum ins Freie erweitert. Die vertikale Erschließung über eine zentrale Wohnungsstiege ermöglicht nicht nur die Verbindung beider Ebenen, sondern bringt auch Tageslicht in die tiefer liegenden Räume. Sichtachsen, Materialien und Proportionen sind fein aufeinander abgestimmt, um den historischen Bestand zu respektieren und zugleich modernes Wohnen zu ermöglichen. Holz, Naturstein und warme Farben schaffen eine wohnliche, elegante Atmosphäre. 

Die Raumaufteilung ist flexibel und erlaubt individuelle Nutzung – ob als Familienwohnung, Rückzugsort oder kreatives Refugium. Die Wohnungen bieten Ruhe, Ausblick und architektonische Qualität in einem einzigartigen Ensemble. Hier entsteht ein besonderes Wohngefühl – eingebettet in Geschichte und doch ganz im Heute.

 

 

Der Erhalt des historischen Schüttkastens ist nicht nur eine architektonische Entscheidung, sondern ein bewusstes Statement für Nachhaltigkeit, Identität und Zukunftsfähigkeit. „DER SPEICHER“ wird nicht nur ein Gebäude, sondern ein neuer Mittelpunkt für Genuss, Begegnung und Gastlichkeit – in und für Frauenkirchen und das gesamte Burgenland.